Angefangen hat alles in einer kleinen Gartenlaube. Elf Männer beschlossen im Sommer 1911 die Gründung eines Mandolinenvereins: des "Mandolinenclub Ellerbek von 1911". Die Mandoline spielte damals in der Arbeitermusik eine dominierende Rolle und überall im Land bildeten sich Spielkreise. Im Ellerbeker Mandolinenclub waren aber nicht nur Zupfinstrumente wie Mandolinen oder Gitarren willkommen: jeder, der ein Instrument hatte, durfte mitspielen. So bildete sich ein illustres Orchester aus verschiedensten Klangkörpern: neben Mandolinen und Gitarren reichte das Spektrum von der Zither über Akkordeons bis hin zum Kontrabaß.
Anfangs wurde vollkommen zwanglos musiziert – und selbstverständlich ohne Noten. Denn die konnten die meisten sowieso nicht lesen. Doch im Laufe der Zeit konzentrierte sich das Engagement auf die Zupfinstrumente. Die Spieler lernten Noten lesen und wagten sich an schwierigere Stücke. Die ersten kleinen Konzerte brachten dem Verein eine treue Anhängerschaft. Rasch wurde das Orchester zum kulturellen Spiegelbild des Stadtteils, in dem es wohnungs- und sozialpolitisch zu der Zeit besonders rauh zuging. Der Erste Weltkrieg brachte eine Zäsur – die Instrumente verstummten. Nach dem Krieg fanden sich die Spieler, die aus dem Krieg zurückgekehrt waren, erst allmählich wieder zusammen.
Die 20er und 30er Jahre wurden dann aber zu einer Blütezeit des Mandolinenclubs: zum erstenmal wurden Damen aufgenommen (!) und ein Jugendorchester gegründet. Die Ziele des Vereins wurden in einer von den weiblichen Mitgliedern gestifteten Fahne dokumentiert: „Nur da kann das Edle gedeihen, wo Freundschaft und Eintracht weilen“. Rundfunkkonzerte machten den Verein weit über die Grenzen Kiels hinaus bekannt. Und erst der Zweite Weltkrieg konnte diese Erfolgsgeschichte bremsen. Erneut kam das Vereinsleben zum Erliegen.
Doch wie nach dem ersten Krieg gelang es auch diesmal wieder engagierten Mitgliedern, den Verein zu beleben. 1945 wurde bereits wieder geprobt: im „Reichshof“, der von „Tante Elsa“ Rönnau bewirtschaftet wurde. 1950 entstand ein neues Jugendorchester. Und in den 60er Jahren erreichte der Mandolinenclub Ellerbek seine größte Spielstärke: zeitweise bis zu hundert Musiker umfasste der Verein zu der Zeit. Damals knüpfte der Verein bereits freundschaftliche Kontakte zu dänischen Orchestern, die durch Konzertreisen nach Kopenhagen bzw. Gegenbesuche nach Kiel gefestigt wurden. Diese fast familiären Beziehungen bestehen noch heute.